Aktuelles
"ahnungslos", 2026

Sommerausstellung im Atelier ANKAundANDERS
Eröffnung 21. Juni 12 Uhr, geöffnet bis 17 Uhr und zu den Ateliertagen des BBK am 27. und 28. Juni von 11 bis 19 Uhr. An den Ateliertagen ist Thomas Baßler in einem eigenen Raum des Ateliers mit Fotografien zu Gast.
Es ist wieder soweit. Der Kunst und Kulturverein Weltkunst Angeln e.V. lädt in das Atelier ANKAundANDERS zur Sommerausstellung ahnungslos ein. Wie in den letzten Jahren kuratiert und inszeniert von Anka Landtau in der Ausstellungshalle ihres Ateliers. In diesem Jahr greift Anka Landtau mit ahnungslos wieder ein interessantes Wort aus der deutschen Sprache auf und geht den vielschichtigen Bedeutungen mit bildkünstlerischen Mitteln auf den Grund. Fragen nach Zufälligkeit von Geburt und Erfahrungswelten, Unwissenheit und Wissen, Ahnungen und Ahnungslosigkeit führen in die Vergangenheit mythologischer Klärungsversuche, die Gegenwart wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Zukunft von Möglichkeitswelten, die wir langfristig nicht eindeutig voraussehen können.
In diesem Jahr nehmen zwei Gastkünstlerinnen teil.
Lou C. Schneider hat ein abgeschlossenes Kunststudium und Ausstellungserfahrung mit Raumarbeiten, ist aber nicht mit Bildwelten, sondern mit Wortwelten vertreten. Mit ihrem derzeitigen Brotberuf als Architektin verschafft sie sich Freiräume für ihre Kunst. Diese Freiheit ist zunehmend gekennzeichnet von der Zuwendung zur Poesie. Mit dem Einwand „Man kann Gedichte ja nicht ausstellen.“ hat sie zu Widerspruch gereizt: Worte können bildgewaltige Assoziationen hervorrufen. Integriert in eine philosophisch erkundende Ausstellung über Ahnungslosigkeit geben sie Haltepunkte vor, die das Chaos rätselhaften Nichtverstehens meditativ unterwandern.
Die entgegengesetzte Position vertritt Adelheid Sieglin. Sie malt Bilder, um dem Verlust der Worte etwas entgegenzusetzen.
Adelheid Sieglin hat als Lehrerin und Coach für gewaltfreie Kommunikation gearbeitet und die FREIE SCHULE KREUZBERG in Berlin mitbegründet. Vor etwa zehn Jahren gab es erste Anzeichen und 2020 bekam sie die Diagnose Alzheimer/Demenz. Nach dem anfänglichen Schock hat sie sich der Krankheit gestellt. Als Therapie für den Umgang mit ihren Ängsten wählte sie die Kunst, das Zeichnen und Malen. Die Anfänge lassen sich weit darüber hinaus zu den Anfängen ihres Lehramtsstudiums zurückverfolgen. Als Künstlerin hat Adelheid Sieglin sich während ihres Berufslebens nie gesehen und auch nicht betätigt. Sie war immer Mentorin mit großem Engagement für Kinder und die Schwächeren in der Gesellschaft.
Dem Thema ahnungslos kommt das Malen gegen das Vergessen, mit dem Vergessen und nach dem Vergessen auf eine Weise nahe, die sich authentischer nicht erfinden lässt.
Mit Rita Rogge kommt zur Eröffnung noch eine Akkordeonspielerin zu Wort. Sie wird den Werkrundgang musikalisch begleiten. Musik vermittelt Stimmungen, die auch mit Ahnungen einhergehen können. Das Emotionale widerspricht der Ahnungslosigkeit. Vielleicht kann damit am deutlichsten die Unterscheidung von Unwissenheit und Ahnungslosigkeit beschrieben werden, und die Frage stellt sich, ob es Ahnungslosigkeit überhaupt gibt für uns.
Die Ausstellung ist bis Ende September auf Anfrage mit Anmeldung zu besichtigen.
Email info@anka-landtau.de Tel. 04623 7503 oder mobil 0176 48737746
Atelier ANKAundANDERS
Bellig 4a, 24891 Struxdorf
Die Ausstellung wird von der Kulturstiftung des Kreises Schleswig Flensburg gefördert.